*Emma bloggt*
Über die Wichtigkeit interkultureller Bildung

Folgende Situation. Ein Flug, Italien, Deutschland. Eine deutsche Fluggesellschaft, ein gechartertes italienisches Flugzeug.
Ich sitze in Reihe 19, Einstieg ins Flugzeug. Die Stewardess steht in Reihe 15 rum. Ein ratloser Passagier bleibt in der Mitte zwischen uns stehen und schaut sich um.
"Kann ich Ihnen helfen?", fragt die Stewardess.
"Ja, ich suche Reihe 17", antwortet der verwirrte Fluggast.
"Wir haben heute keine Reihe 17", kommt die -nun ja, in Anbetracht der Umstände etwas merkwürdige Antwort.
"Wie? Aber hier steht 17 A!" Der Fluggast hält seine Boardingkarte verzweifelt hoch und deutet auf die angegebene Nummer.
Die Stewardess zuckt mit den Schultern.
"Heute gibt es keine Reihe 17. Aber Sie haben Glück, wir sind nicht voll ausgebucht. Bleiben Sie einfach im Gang stehen und suchen Sie sich einen übrig gebliebenen Platz, wenn alle anderen Fluggäste eingestiegen sind!"
Nach diesem praktischen Tipp ist die Sache für die Stewardess erledigt. Zum Glück für sie ist der Passagier ein junger Mann, der das ganze in Gedanken bereits zu der nächsten Partyanekdote umarbeitet und sich ebenso schulterzuckend wie sie in den Gang zurückzieht, um auf einen anderen Platz zu warten.
Ein prüfender Blick: tatsächlich. 19, 18, 16, 15.

Was war passiert?
Nun, der westliche Mensch mit seiner Überheblichkeit, das Maß der Welt zu sein, war natürlich davon ausgegangen, dass es nur eine Unglückszahl gibt: die 13, ausgehend von Amerika, und somit übernommen in ganz Europa.
In ganz Europa?
Nein!
Ein kleines, langgezogenes Land, welches manche hin und wieder auch den "Stiefel" nennen, weigert sich, seine eigenen Traditionen aufzugeben und aus ihrer Glückszahl 13 eine Unglückszahl zu machen, wo doch jeder weiß, dass es die 17 ist, die Unglück bringt!
Zumindest jeder Italiener, und so hatte das Flugzeug keine Reihe 17 (übrigens, hommage an den Rest der westlichen Welt: Reihe 13 gab es auch nicht). Nur wusste natürlich niemand bei der deutschen Fluggesellschaft Bescheid, so dass diese munter 6 Passagiere für die verschwundene Reihe buchte, welche dann später im Flugzeug ganz in Zugmanier ihren Platz suchen mussten.

Ich fühle mich bestärkt, dass mein Studium der kulturellen Unterschiede doch einen Sinn macht...
10.4.10 23:42
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alicia (13.4.10 18:22)
Wie krass ist das denn??? Ich wusste zwar, dass in Italien die 17 Unglück bringt, aber dass es dann in Flugzeugen die Reihe 17 nicht gibt... Ich dachte immer, wir leben im 21. Jahrhundert.

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